Infos für die Eltern


Liebe Eltern, mit den folgenden Texten möchten wir Euch über die Hintergründe unserer Arbeit, der Pferdehaltung und pädagogischer Zusammenhänge in unserer Ponyschule informieren und aufklären. Leider erwirken die Sportpferde und Reiter aus dem Fernsehen und den sozialen Medien ein sehr fälschliches Bild über die Realität ländlicher Pferdehöfe und dem, was unsere Arbeit wirklich ausmacht.

 

Auch wir haben mal klein angefangen und Reitunterricht genommen. Damals im Abteilungsreiten und später im Einzelunterricht, haben wir viel gelernt aber auch erfahren, was verantwortungslos, überfordernd oder auch „zu wenig“ war.

 

Heute wissen wir, aufgrund unserer Ausbildungen, Erfahrungen, Erfolgen und Misserfolgen, wie Reitunterricht für Kinder aussehen sollte und verbessern ihn stetig. Alles, was wir anbieten, tun wir, weil wir es besser machen möchten, für die nächste Genration pferdeverrückter Kinder! Unsere Angebote sind deshalb genau so aufgebaut, weil wir damit erfolgreich und mit einem hohen Sicherheitsstandard Kindern das Reiten näher bringen.

 

Und das ist auch der Grund, weshalb wir unsere Preise auf diese Art gestalten müssen. Der Mitarbeiter „Pferd“ ist ein unplanbarer und sehr teurer Faktor, für den es keine Krankenversicherung gibt! Wenn wir unsere Preise aktualisieren, dann nicht, um Euch damit zu ärgern, sondern, um wirtschaftlich zu sein. Ohne entsprechende Finanzen, gibt es ansonsten keinen Reitbetrieb!

 

Die Liebe zur Arbeit mit Kindern und den Pferden, inklusive dem Tierschutz, kann man nicht mit Geld bezahlen. Aber wir können dafür sorgen, dass wir unsere Arbeit für die Kinder bestmöglich ausführen können und es den Tieren an nichts fehlt! Damit Ihr versteht, worum es in unserer täglichen Arbeit geht und was die Hintergründe sind, haben wir die wichtigsten Fragen und Punkte für Euch erläutert.

Warum kann Reitunterricht nicht günstig sein?

Versicherungen und Sozialabgaben

Die Lohnkosten und Sozialabgeben müssen wir nicht extra erläutern. Zusätzlich sind wir und unsere Angestellten bei der Berufsgenossenschaft versichert. Da Pferde Fluchttiere sind und im natürlichen Spiel auch mal ihre eigenen Kräfte unterschätzen, wird die Haltung und Arbeitssicherheit mit sehr hohen „Faktoren“ eingestuft. Wenn nämlich doch ein mal etwas passiert, ist es meist ein großer Schaden. Deshalb schlagen Berufsgenossenschaften, Betriebshaftpflichten und Hütehaftpflicht mit sehr hohen Beiträgen zur Last.

 

Tierarzt und Gesundheit oder auch: Was kostet ein (eigenes) Pferd?

Grob angefangen, startet der Besitz eines Pferdes natürlich mit dem einmaligen Anschaffungspreis, wenn es denn bei diesem einen Pferd oder Pony im Leben bleibt, weil das Pferd zum Kind und den Hintergründen passt. Ein braves, gut ausgebildetes und vor allem gesundes Kinderpony wird ab 8000 Euro verkauft.

 

Seit November 2022 gibt es eine neue Gebührenordnung der Tierärzte (kurz GOT). Wer Hund oder Katze hat, wird sicher schon gemerkt haben, dass sich die Kosten für Behandlungen mindestens verdoppelt, je nach Aufwand sogar verdrei- und vervierfacht haben. Notfälle am Wochenende werden demnach sogar mit einem noch höheren Satz veranschlagt. Leider gibt es für Pferde keine gesetzliche Krankenversicherung. Wir haben Euch hier ein Mal alle Kosten aufgeführt, die wir regelmäßig durchführen lassen, um die Gesundheit unserer Tiere im Mindestmaß abzusichern (Stand Kosten nach aktuellen Rechnungen aus 2025)

 

- Hufpflege alle 6-8 Wochen: Je 50 Euro pro Pferd (wenn das Pferd keine Eisen braucht)

- Ansonsten Beschlag alle 6-8 Wochen: Zwischen 120 und 200 Euro

- Eine Wurmkur für ein Pferd: 25 Euro (3x jährlich)

- Osteopath oder Physiotherapeut: 280 Euro pro Behandlung (mind. 2x jährlich)

- Zahnkontrolle: Je 300 Euro pro Behandlung (mindestens 1x jährlich)

- Impfungen Tetanus und Pferdegrippe: Je 85 Euro pro Impfung (1x jährlich)

- Sattelkontrolle: 220 Euro pro Termin und Pferd (mindestens 2x jährlich)

 

Bei allen hier aufgeführten Kosten ist noch KEIN außerplanmäßiger Tierarztbesuch aufgrund von Krankheit des Pferdes inkludiert. Dazu ist zu beachten, dass unsere Pferde zusammen im Offenstall leben. Ein normaler Pensionsplatz für ein Pferd in einem Pensionsstall oder Reitvereine kostet ab 350 Euro jeden Monat.

 

Kosten zur Basisausrüstung eines Pferdes:

Gebrauchter Sattel, der angepasst wird: 1000 Euro

Neuer Maßsattel: ab 2500 Euro

Zwei Satteldecken zum tauschen: Je ab 50 Euro

Trense mit Gebiss: 100 Euro

Longe und Peitsche: 50 Euro

Halfter und Stricke: 50 Euro

Putzzeug und Pflegemittel: 60 Euro

Beinschutz: 60 Euro

Abschwitz- Winter- und Fliegendecken: 180 Euro

 

Die Rücken unserer Pferde leisten Erhebliches, denn sie dulden die „falschen“ Bewegungen der Kinder, müssen Fehler ausbalancieren und auch mal helfen, wenn die Kinder ihr Gleichgewicht verlieren. Um davon keinen Schaden zu nehmen, müssen die Pferde regelmäßig (auch präventiv) behandelt werden.

 

Ausrüstung

Jedes Pferd hat seine eigene, angepasste Ausrüstung, die hohen Belastungen standhalten und lange halten muss. Jeder Sattel ist auf die Form des Rückens, des jeweiligen Pferdes angepasst. Trensen, Reitpads, Halfter – all diese Dinge sind sehr hochwertig und teuer und müssen bei Verschleiß frühzeitig ausgetauscht werden. Ausrüstung darf nicht erst ausgetauscht werden wenn etwas reißt und das Pferd oder Kind zu Schaden kommt! Dazu sollen die Kinder die Bewegungen der Pferde spüren, was nur mit bestimmten Sattelsystemen möglich ist.

 

Artgerechte Haltung und Fütterung

Nur glückliche Pferd können den Job mit den Kindern gerne, ungefährlich, verlässlich und gesund ausführen. Eine Boxenhaltung in dunklen Stallungen ohne Auslauf ist tierschutzwidrig. Deshalb gibt es in Deutschland eine Richtlinie zur erwerbsmäßigen Pferdehaltung, die Mindestanforderungen festsetzt, nach denen Pferdeanlagen gebaut werden müssen. Das Inventar muss sehr hohen Belastungen in der dauerhaften Nutzung bestehen, ungefährlich und effektiv sein. Diese Ausstattungen sind sehr teuer und ihre Wartung arbeitsintensiv. Wir stellen auf unserer Anlage einen sehr hohen und modernen Standard in der Pferdehaltung sicher, den wir immer wieder verbessern.

 

Da der Darm von Pferden auf eine dauerhafte Futteraufnahme von Heu ausgelegt ist, bedarf es in der Pferdefütterung ausreichend hochwertiges Raufutter, das mit Kraftfutter ergänzt wird. Diese Futtermittel sind aufwändig zu produzieren und sehr wetterabhängig. Jedes Pferd bekommt individuelles Futter und Zusätze, Medizin und Kräuter, die zu ihrer Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit beitragen.

 

Versorgung der Pferde

Bevor ein Kind mit dem Pferd fertig ausgerüstet auf dem Reitplatz stehen kann, muss der Tag um 6 Uhr morgens mit der Versorgung der Pferde begonnen haben. Neben dem Füttern werden die Ställe gemistet und neu eingestreut, Wasser aufgefüllt, Futter vorbereitet und die Pferde auf die Wiese gebracht. Das gleiche gilt für die Zeit nach dem Reiten und endet erst, wenn das Licht spät abends aus geht und alle Tiere friedlich fressen. Diese Arbeit muss gemacht und bezahlt werden. Wiesenpflege, Reitplatz abziehen, Geräte instand halten und noch so vieles mehr, gehören selbstverständlich auch dazu.

 

Ausbildung der Pferde

Brave und gute Kinderpferde fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Produkt einer immerwährenden, sich stetig steigernden und gymnastizierenden Ausbildung, die in der Zeit stattfindet, in der die Pferde nicht mit den Kindern arbeiten. Wir garantieren in unserer Ponyschule einen sehr hohen Sicherheitsstandard für die Kinder und Mitarbeiter. Buckelnde, durchgehende oder steigende Pferde, die für uns und die Kinder gefährlich sind, soll es nicht geben!

 

Zudem steht auch immer die Tatsache im Raum, dass nicht jedes Pferd ein Kinderpony sein möchte oder dafür geeignet ist. Oft hören wir davon, dass die Kinder es mit einer Reit- oder Pflegebeteiligung versuchen (das Pferd gehört einem erfahrenen Besitzer und das Kind darf sich an dessen Nutzung beteiligen, es pflegen und reiten) und dabei sehr unglücklich sind weil dies nicht gut klappt. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ein Kinderpony zuerst auch eines sein möchte und anschließend noch eine langjährige und umfängliche Ausbildung dafür braucht, die eben stetig überprüft wird.

 

Einem Fluchttier abzuverlangen, Dinge zu tun, die es in der Natur niemals tun würde, bedarf ein umfassendes Know-How der Pferdeausbildung und ein stetiges „Korrekturarbeiten“ der Pferde, damit die Kinder einen „Fehlerpuffer“ haben, der einen sicheren Umgang gewährleistet. Diese Arbeit ist mit Geld eigentlich nicht zu bezahlen. Deshalb züchten wir mit unseren Kinderponys die nächste Generation und zeigen den Fohlen schon früh, was sie als Kinderpony alles lernen müssen.

 

Qualität des Unterrichts und der Mitarbeiter

Oft wird vermutet, dass die Preise sich an dem Alter, bzw der Größe der Kinder orientieren und der Aufwand für kleinere Kinder mit den Pferden dementsprechend geringer sei. Das Gegenteil ist der Fall, denn je kleiner die Kinder sind, desto mehr Verantwortung, Aufsicht, Anleitung und dauerhafte Betreuung benötigen sie. Daher gestalten sich die Termine mit kleineren Kinder umfangreicher und sind dementsprechend aufwändiger.

 

Sie als Eltern wünschen sich eine qualitativ hochwertige Betreuung für ihr Kind. Dies kann man nur mit einer entsprechenden Ausbildung, Leidenschaft für den Beruf und stetiger Weiterbildung gewährleisten. Unsere Mitarbeiter sind über alle Maßen auf ihre Arbeit mit den Kindern spezialisiert und tragen die Verantwortung für Mensch, Kind und Pferd zur gleichen Zeit. Sie müssen nicht nur ihre Arbeit ausführen, sondern zugleich das Pferd lesen und vorausschauend auf Situationen und Probleme reagieren. Das alles zusammen mit einem Tier, das dennoch immer zu 1% unberechenbar ist und einem Kind, das auch mal seinen eigenen Kopf hat. Diese Arbeit muss honoriert werden, denn sie leistet mehr, als man mit dem bloßen Auge sehen kann.

 

Aber ihr macht doch was soziales!?

Sozial geht es bei uns auf jeden Fall zu! Dennoch sind wir keine amtliche oder vom Staat geförderte Einrichtung, die durch entsprechende Gelder finanziert wird. Nüchtern betrachtet, bieten wir Dienstleistungen in einem Einzelunternehmen an. Eine soziale Förderung ist uns in all den Jahren leider noch nicht über den Weg gelaufen und auch die Krankenkassen steuern nichts zur Reittherapie bei. 

 

Zusammengefasst: Was passiert wenn Reitunterricht "billig" ist?

- Nur hochwertige Ausrüstung lässt sich perfekt an Pferde und Kinder immer wieder anpassen! 

- Wenn Kontrolltermine für Sattelanpassungen ausfallen, schmerzt ein unpassender Sattel das Pferd, wie ein unpassender Schuh. Irgendwann erträgt auch das bravste Pferd keine Rückenschmerzen mehr und möchte verständlicher Weise nicht mehr mitarbeiten. 

- Die Pferde können gesundheitlich (Tierarzt, Ostheo, Physio, Zähne, Schmied) nicht vollumfänglich versorgt werden weil kein Puffer dafür da ist oder dieser in der Preiswirtschaft nicht einkalkuliert ist

- Anlagen können nicht modernisiert und verbessert werden und verschleißen, die Pferdehaltung leidet

- Reitplätze verlieren an Qualität und verschleißen die Pferdebeine schneller

- Ausrüstung kann nicht rechtzeitig ausgetauscht und erneuert werden, was ihren Einsatz für die Kinder gefährlich macht. 

- Unglückliche Ponys sind nicht verlässlich und können ihren Job mit den Kindern nicht auf gutem Niveau leisten. Sie werden in ihren Reaktionen unvorhersehbar und gefährlich.

- Die Mitarbeiter sind ausgelaugt und überanstrengt, weil sie mehr oder viel arbeiten müssen, um zu verdienen. Dadurch sind sie nicht mehr leistungsfähig, die sehr hohe Verantwortung für Pferde und Kinder zu gewährleisten. Ihre Unzufriedenheit wirkt sich auf die Kinder und den Betrieb aus, die Konzentration leidet.

- Ohne Geld für Weiterbildungen kann niemand auf dem aktuellsten Niveau des Pferdesports unterrichten! Wer sich nicht weiterbildet, bleibt in seiner Ausbildung stehen und fängt an Fehler zu machen. 

Wie war Reitunterricht früher? Was ist heute anders?

Als wir in den 90ern gelernt haben, sah die Welt rund um den Pferdesport anders aus. Natürlich verbinden wir auch viele schöne Erinnerungen unserer Reit-Jugend. Manches war vielleicht sogar besser als heute, aber man muss festhalten, dass die Erkenntnisse der 90er im Vergleich zu heute – zum Glück - ganz andere sind. Vielleicht Erinnern Sie sich an ähnliche Situationen.

 

Die 3x3 Meter Box mit Stroh und Wiese im Sommer musste damals ausreichen, was nicht allen Pferden zugute kam. Gerade Ponys wurden auf den fetten Wiesen zu dick und bekamen Rehe und Stoffwechselprobleme. Im Winter gab es keine Wiese mehr und die Luft in den geschlossenen Ställen war durch den Ammoniak sehr belastend für die Pferdelungen. Die Staubbelastung in diesen Haltungssystemen ist zudem enorm. Krankheiten in Form von Asthma, Stoffwechsel, Lahmheiten und Koliken sind die Folge.

 

Die Futterindustrie hatte damals noch nicht viel zu bieten. Hafer und Gerste waren die Hauptkraftfuttersorte. Heute weiß man, dass auch Pferde Futtermittelunverträglichkeiten haben oder an Stoffwechselerkrankungen leiden und ein spezielles Futter benötigen. Dies hätte den Pferden damals sicher sehr geholfen.

 

Es war nicht so, dass das Pferdewohl nicht an erster Stelle stand. Auch damals wurden die Pferde heiß und innig geliebt. Aber die Möglichkeiten in der Haltung, der Versorgung und des Trainings waren einfacher und begrenzter. Auch viele medizinische Kenntnisse waren noch nicht erlangt und alternative Behandlungsmethoden gab es selten.

 

Gelitten haben darunter aber nicht nur die Pferde, sondern vor allem wir Kinder!

 

Die Pferde waren natürlich ohne die benötigte Bewegung im Winter unausgeglichen, weshalb wir oft herunter gefallen sind, wenn diese sich im Reitunterricht endlich bewegen konnten. So manche Kinder haben sich danach nie wieder aufs Pferd getraut.

 

Auch die Reitlehrer waren von der „alten Schule“. Empathie, Feingefühl oder einen liebevollen Umgang hätten wir uns nach manchem Sturz gewünscht. Aber der Umgangston und die Art des Lehrens an sich waren damals einfach strenger und härter und oft nicht so pädagogisch wertvoll, wie es heute der Fall ist.

 

Generell war der Reitsport eher in Form eines Vereinslebens geprägt. Es wurde nach der "einzig wahren Reitlehre" Runde um Runde unterrichtet, bei der es keine Abweichungen geben durfte. Individualität, Zeit und Ruhe für einzelne Kinder, die nicht mit der Abteilung mitkamen, waren selten.

 

Und leider wurde uns Kindern auch sehr schnell sehr viel Verantwortung für die für uns oft viel zu großen Pferde gegeben. Wenn dann etwas schief lief, durften wir den Fehler suchen, der nun ja nur beim Reiter liegen konnte, Man hatte also für das Herunterfallen auch noch selbst Schuld, obwohl die Pferde teilweise gar nicht als Schulpferd geeignet waren.

 

Ja, auch heute noch gibt es im Pferdebereich und der Pädagogik Mängel und Verbesserungsbedarf. Aber wir haben bei uns auf dem Hof die Möglichkeit, das alles anders und besser zu machen damit die Pferde und Kinder in einem gesunden, freundlichen und positiven Umfeld das Reiten genießen können.

Warum gibt es keinen klassischen Abteilungsunterricht und warum reiten die Kinder im Gruppenunterricht nicht frei?

Um ein Pferd sicher zu reiten, muss ein Kind gewisse Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel das Einschätzen von Entfernungen, ein gutes Maß an Zeitgefühl und natürlich auch das Erkennen potentieller Gefahren. Dies erfordert einen gewissen „Pferdeverstand“, den man sich erst mit der Zeit aneignen kann. Hierzu gehören zum Beispiel die natürlichen Verhaltensweisen von Pferden zu kennen und somit gewisse Reaktionen vorauszusehen, was sie in unserem Unterricht lernen.

 

Pferde sind Flucht- und Herdentiere. In einer Gruppe mehrerer Pferde auf dem Reitplatz kann sich beim Scheuen eines Pferdes die ganze Abteilung mit in Bewegung setzen. Dies ist natürlich auch beim Führen der Fall aber es gibt mehr Handlungsspielraum.

 

Kinder sind im Sattel anfangs keine Profis, die in kritischen Situationen körperlich und geistig dazu in der Lage sind, richtig zu reagieren. Bis das soweit ist, brauchen Kinder Reitstunden an der Longe, um alles nötige zu erlernen.

 

Zudem kann man von einem Pferd nicht zwei Dinge zur gleichen Zeit verlangen: Es soll sensibel auf die Hilfen und Kommandos des Reiters reagieren aber bei noch fehlenden reiterlichen Anweisungen „hellsehen“ und das Richtige tun. Dies ist dem Pferd gegenüber nicht nur unfair, sondern einfach unmöglich!

 

Freies Reiten und das Lernen der Reitlehre bedarf 100% volle Konzentration, von Pferd, Kind und Reitlehrer. Das Fehlerpotential ist enorm, weshalb maximale Sicherheit gewährleistet werden muss, damit Ihrem Kind nichts passiert. Dazu bedarf es Zeit und Raum zum erklären und verstehen, was jedes Kind individuell bekommen muss. In einer Gruppe mehrerer Pferde und Kinder ist diese Leistung aller Beteiligten nicht möglich, weshalb der Lernschwerpunkt in der Gruppenarbeit liegt und damit so wertvoll ist.

Warum reiten die Kinder zunächst nicht im "echten" Sattel und Trensen mit Zügeln?

Im Fernsehen und den sozialen Medien sehen die Kinder erwachsene Reiter mit Sattel und Trense, komplett ausgerüstet, ganz anders, als bei uns. Warum?

Der Sinn von Zügeln ist die leichte und feine Verbindung zwischen Reiter und Pferd. Sie dient der Kommunikation und besteht beim Pferd aus einem Metallstück auf der Zunge im Maul, welches eine hochsensible Zone ist.

 

An den Zügeln darf nicht gezogen werden und auf gar keinen Fall sind sie dazu da, sich daran festzuhalten. Die Zügelhilfe bezeichnet man als „Sekundärhilfe“, was bedeutet, dass sie erst nach der „Primärhilfe“, also dem Sitz, gegeben wird. Erst wenn das Pferd die Aufforderung durch den Sitz nicht versteht, bekommt es einen feinen Impuls am Zügel.

 

Spätestens im Trab kann man erkennen, wie viel Anstrengung es die Kinder anfangs kostet, sich gerade auf dem Pferd zu halten und nicht runter zu rutschen. Die Haltegriffe werden fest umklammert und helfen dabei, das Gleichgewicht zu halten.

 

In diesem Lernprozess haben Zügel in den Händen zur Sicherheit der Kinder und zum Schutz der Pferd nichts zu suchen! Dazu benötigt es einen ausbalancierten Sitz, der zunächst erlernt werden muss.

 

Sättel sind in ersten Linie dafür da, die Last des Reiters, inklusive der mal mehr und mal weniger spitzen Sitzbeinhöckern, gleichmäßig auf dem Pferderücken zu verteilen. Nun sind Kinder aber selten so schwer wie Erwachsene, noch sitzen sie über lange Zeit auf dem Pferd. Leider ist es ein weit verbreiteter Irrtum, zu glauben, um richtig reiten zu können, bräuchte es zwingend einen Sattel. Das Gegenteil ist der Fall! Es ist viel schwieriger und anspruchsvoller, ohne Sattel in allen Gangarten zu reiten.

 

Kinder haben anfangs gar keine Idee eines perfekten Sitzes im Sattel und sollten diesen durch die Schulung unseres Unterrichts und des eigenen Gleichgewichts selbst finden. In einem Sattel werden sie in eine „Sitzform gezwungen“, die sie an ihrem natürlichen Bewegungsablauf hindert und die Bewegungen des Pferd nicht durch lässt. Fehler und Schwächen werden somit kaschiert und können nicht verbessert werden. Erst wenn der Sitz des Kindes in allen Situationen und Gangarten unabhängig funktioniert, setzen wir einen Sattel ein.

 

Steigbügel stammen aus früheren Jahrzehnten, um dem Reiter im Kampf mehr Stabilität zu geben und das Pferd auf tagelangen Ritten im leichten Sitz zu entlasten. Die Bewegungsfreiheit, der Beine, ist mit Bügeln eingeschränkt. Bewegen, drehen, dehnen und vieles mehr, sind damit kaum möglich. Steigbügel dienen der Entlastung der Hüfte, der Sicherheit in hohen Gangarten oder mit jungen Pferden, der Möglichkeit für den leichten Sitz für den Galopp im Gelände. All dies brauchen Kinder beim erlernen des Reitens nicht.

 

Haben die Kinder ohne Steigbügel einen ausbalancierten Sitz erlernt, ist der Steigbügel später hilfreich. Können die Kinder aber aufgrund von einem zu frühen Einsatz von Steigbügeln keinen sicheren, ausbalancierten Sitz erlernen, können sie sich ohne Steigbügel später kaum am Pferd oder Pony halten.

 

Des weiteren wird ein Steigbügel nur mit dem Fußballen belastet und ist nicht für die Nutzung des gesamten Fußes gedacht. Kinder können dies anfangs gar nicht koordinieren, sodass sie oft durch die Bügel hindurch rutschen. Bei einem Sturz bleiben sie so im Steigbügel hängen.

 

Selbst die erwachsenen Reitschüler, mit eigenen Pferden und langjähriger Pferdeerfahrung, reiten zur Sitzschulung mit der Ausrüstung für die Kinder!

Warum ist das Reiten an der Longe so wichtig?

An der Longe können die Kinder mit maximaler Sicherheit völlig frei Reiten lernen. Das Pferd bewegt sich nach Anweisung des Reitlehrers selbstständig und bedarf keiner Einwirkung des Reiters. So kann sich das Kind ohne Verantwortung für das Pferd frei entwickeln, ausprobieren und einen ausbalancierten Sitz erlernen.

Das Pferd kann vertrauensvoll den Kommandos des Reitlehrers folgen und ist durch die Longe mit diesem verbunden. Somit versteht es, trotz möglicher Fehler des Reiters, was es tun soll und das alles in Ordnung ist, auch wenn das Kind mal seine Balance verliert und Fehler macht.

 

Der Reitlehrer ist nah am Reitschüler, kann das Pferd kontrollieren und effektiv bewegen und ist im Notfall „schnell vor Ort“. Bei den ersten Übungen mit Zügeln übernimmt das Kind die Lenkung und Einwirkung, während der Reitlehrer zurückgenommen arbeitet und das Kind an der Longe sichert. Er kann die Kommandos des Kindes sofort korrigieren oder dem Pferd sagen, dass es darauf mehr oder weniger reagieren soll.

 

Das Reiten an der Longe kann später auf den gesamten Reitplatz ausgeweitet werden und es können Stangen und kleine Hindernisse hinzu genommen werden.

Kinder zu schnell und zu früh vom Longenunterricht ins freie Reiten zu entlassen, birgt ein großes Risiko für Kind und Pferd.

 

In unserer Ponyschule entscheiden wir ganz individuell, mit Bedacht und Weitsicht, wann die Kinder ohne Longe frei reiten können und wir ihm die Verantwortung übergeben, ein großes und starkes Tier selbstständig zu kontrollieren. Dabei sind wir geduldig, denn wir tragen die Verantwortung für die Kinder und möchten nicht, dass etwas passiert und Kind und Pferd schlechte Erfahrungen machen.

 

Auch wenn Reiter irgendwann frei reiten, ist die Korrektur an der Longe immer wieder die Basis. Selbst die erwachsenen Reitschüler, mit eigenen Pferden und langjähriger Pferdeerfahrung, werden zur Sitzschulung an die Longe genommen!

Erfolgsdruck

Alles, was die Kinder und Jugendlichen bei uns lernen und machen, geschieht ausschließlich aus Spaß und Freude an dem Partner Pferd und allem, was damit zu tun hat. Bei uns gibt es weder Erfolgs-, noch Leistungsdruck, noch Zeitdruck oder irgendwelche Pflichtaufgaben. Weder die Kinder, noch unsere Mitarbeiter, sind verpflichtet, bestimmte Ziele und Erfolge nachzuweisen.

 

Sicher verfolgen wir mit unseren Angeboten eine bestimmte Entwicklung der Kinder und haben aufgrund von Regeln auch eine gewisse Wirkung. Dennoch bedeutet dies nicht, dass die Kinder irgendwelche Ziele in einer bestimmten Zeit erreichen, oder unsere Mitarbeiter sie dazu „bringen müssen“, nur weil Eltern die Stunden bei uns bezahlen.

 

Wir möchten, dass Ihr Kind sich bei uns völlig sorgenfrei den Pferden und unserem Unterricht widmen kann, gerne kommt und die Zeit bei uns genießt.

Wenn die Kinder unseren Hof glücklich verlassen, sind wir zufrieden!

Warum sollen die Kinder nicht so lange auf dem Pferderücken sitzen?

Kinder befinden sich körperlich in einer Entwicklungs- und Wachstumsphase, die bis zum 18. Lebensjahr anhalten kann. Ihre Muskeln und Knochen sind nicht dafür ausgerichtet, Leistung zu vollbringen oder eine dauerhafte, körperliche Anstrengung zu leisten.

 

Der Partner Pferd fordert unheimlich viel körperliche Arbeit, die schon beim Putzen beginnt. Die Kinder sind nicht nur bereits in der Zeit dauerhaft auf den Beinen, sondern auch beim Führen der Pferde und müssen vielleicht auch mal mit Kraft einwirken, wenn das Pferd anderer Meinung ist. Das Reiten an sich fordert nicht nur die große Muskelgruppen, sondern vor allem auch die „Mikromuskulatur“. Dazu leistet die Wirbelsäule mit ihren Bandscheiben Beachtliches, wenn die Kinder noch nicht ausbalanciert sind und oft „plumpsen“. Dies wird vor allem in der Ergotherapie mit dem Pferd sichtbar.

 

Deshalb haben wir in unseren Angeboten die zeitlichen Intervalle so festgelegt, dass sie bei den Kindern einen positiven Lerneffekt erzielen können und körperlich nicht überfordern.

Warum sind die Themen rund um das Pferd wichtiger, als das reine Reiten?

Dies ist hervorragend mit dem Autofahren zu vergleichen. Ein Auto kaufen und besitzen, ist leicht. Es zu starten, zu lenken, schneller und langsamer zu fahren und wieder anzuhalten, lernt man schnell.

 

Bei der StVo, Rechte und Verstößen, dem vorausschauendem Fahren und im aktiven Straßenverkehr im „real Life“ sieht das ganze schon anders aus.

Wie verhält sich das Auto bei hoher Geschwindigkeit, Nässe und Wind? Und was ist mit den umplanbaren Fehlern, der anderen Autofahrer? Wie viele Jahre hat es gedauert, bis wir uns beim Autofahren wirklich sicher und erfahren gefühlt haben? Manche waren eher und manche später gute Autofahrer, bei denen man auch sorglos mitgefahren ist.

 

Sicher ist: Nach 10 Fahrstunden waren wir jedenfalls alle noch lange nicht „prüfungsfähig“.

 

Beim Reiten kommt nun das Lebewesen Pferd hinzu, dass seine Kraft auch mal gegen uns verwenden kann und andere Wege einschlägt. Es hat Gefühle, wie Angst oder Ungeduld und man kann es nicht einfach ausschalten und den Schlüssel ziehen. Zu guter Letzt, sind die Kinder auch keine 18 Jahre, volljährig und erfahrener, als ein voll in der Entwicklung stehendes Kind.

 

Beim Reiten geht es vor allem darum, Sachzusammenhänge zu erkennen, Dinge einzuschätzen und Hintergründe zu verstehen. Da dies mit Sinneseindrücken und viel Gefühl geschieht, lässt es sich nicht einfach wie Vokabeln und Verkehrsregeln auswendig lernen. Jedes Pferd ist zudem unterschiedlich und reagiert anders.

 

Ein großer Punkt ist außerdem, dass die Kinder bei uns lernen, dass man Pferde nicht einfach zum reiten „benutzt“ und wieder weg stellt. Es ist ein tierischer und sensibler Partner und eben kein Auto!


Braucht Ihr Vorerfahrung mit Pferden?

Nein, bei uns braucht Ihr keine Pferde- oder vorherige Reiterfahrung. 

 

Wir zeigen Euch die Welt der Pferde gerne von Anfang an, damit alle Handgriffe gleich zu Beginn richtig erlernt werden! Aber auch wenn die Kinder schon vorher geritten sind, lernt ihr uns und die Pferde erst ein mal kennen und wir schauen uns gemeinsam die Basics an. Außerdem wäre es doch schade, wenn wir Euch nichts neues mehr vom Pferd erzählen könnten, oder?

 

Wie ist die Adresse?

Die bekommt Ihr nach Eurer Buchung in der Bestätigungsmail. 

 

Wir haben sie bewusst nicht veröffentlicht, da wir sonst viele unangemeldete „Zoobesucher“ auf dem Hof vorfinden. Deshalb findet Ihr uns auch nicht als Google-Eintrag.

 

Wo wird geparkt?

Parken könnt Ihr überall, wo Schotter ist. 

 

Bitte nicht außerhalb oder auf den Rasen stellen, denn diese Grundstücke gehören uns nicht.

 

Wann geht es los?

Wartet bitte am Parkplatz, wir holen Euch dort pünktlich ab! 

 

Ihr braucht nicht extra eher da sein - des deutschen Pünktlichkeit reicht völlig aus. Kommt bitte NICHT über den Hof gelaufen, da sensible Termine (zB die Reittherapie) gestört werden könnten oder ihr in den Maschinenverkehr geratet. 

 

Was sollen die Kinder anziehen?

Helm

Das Tragen eines passenden Helms ist in unserem Unterricht Pflicht. Wir haben eine kleine Auswahl anpassbarer Helme. Dennoch sollten die Kinder unbedingt zeitnah einen eigenen, geeigneten Helm mitbringen. Wir empfehlen Reitsport- oder Fahrradhelme, die nicht rutschen und sicher am Kopf sitzen und beraten Sie gern, wo es solche Helme zu kaufen gibt.

 

Feste Schuhe

Am Pferd brauchen wir einen stabilen Stand und feste Schuhe, am besten wasserdicht. Ideal sind in den wärmeren Jahreszeiten Reitstiefeletten und in den kälteren Allwetterschuhe und halbhohe Gummistiefel. Von den „altmodischen“ Gummireitstiefeln raten wir ab, da die den Kindern keine Stabilität am Fuß geben, sie durch den hohen Schaft unbeweglich machen und man darin schnell schwitzt.

 

Hosen

Ideal sind Hosen oder Leggins aus Baumwolle. Richtige Reithosen haben einen extra Besetz, der angeraut ist und sollte unbedingt aus Stoff oder Kunstleser bestehen. Leider werden viele Hosen mit einem Silikon- oder Gripbesatz angeboten, von denen wir dringend abraten! Das Material ist klebrig und schädigt unsere Sättel! Jeans sind aufgrund der Innennaht ungeeignet, ebenso wie glatte und rutschige Leggins als Polyester und Mikrofaser.

 

Was ist bei schlechtem Wetter und einer steifen brise?

Unsere Reitstunden finden bei jedem Wetter statt, denn echte Pferdemenschen sind nicht aus Zucker.

 

So, wie sich das Fell der Pferde den Jahreszeiten anpasst, gibt es für uns wetterfeste Kleidung. Unsere Putzplätze sind überdacht, ehe es auf unseren Reitplatz geht. Wir haben uns gegen den Bau einer Halle entschieden, weil wir unsere wunderbare Aussicht genießen und nicht mit einem Klotz in der Landschaft verbauen wollen. Und: Zum Glück kann der Mensch das Wetter nicht bestimmen! Wir dürfen mit diesem Hobby die Natur erleben und sie im Laufe der Jahreszeiten spüren. Pferde sind Wind und Wetter, Matsche und Sonnenschein, Landluft und Sauerstoff! Kein anderes Hobby ist damit vergleichbar  - wer trocken bleiben will und saubere Kleidung liebt, braucht eine andere Leidenschaft.

 

Ein respektvoller Umgang mit Pferden bedeutet auch, ihnen bei schlechtem Wetter die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Stellt Euch mal vor, die Pferde würden kein Futter bekommen, weil es uns zu kalt oder nass ist und wir deshalb nicht vor die Tür gehen!? Einen Ponyhof gibt es an 365 Tagen im Jahr - nicht nur wenn wir reiten wollen! Es ist wichtig, dass die Kinder diesen Umfang verstehen und das Pferd nicht nur als „Schön-Wetter-Hobby“ sehen! 

 

Für die Kinder bedeutet das: Du kannst dich bei Kälte unter der Mähne wärmen und die Pferde lassen Dich sogar im Regen auf sich reiten - ist das nicht toll? Und dazu stellt sich sogar noch die Reitlehrerin mit Dir in den Sturm und schenkt Dir ein Lächeln. Besser gehts doch gar nicht!

 

Wetter findet ausschließlich im Kopf statt, denn es ist ein Mindest:

- Wir brauchen einen harten Winter, damit Parasiten eingedämmt werden und die Pflanzen danach gestärkt zum Leben erwachen,

- Wir brauchen einen nassen Frühling, der uns Regen für die Wiesen bringt,

- Wir brauchen einen heißen Sommer, damit wir gutes Heu einfahren können,

- Und wir brauchen einen windigen Herbst, der die Blätter fallen lässt und damit den Boden nährt.

 

Demnach ist das Wetter immer wieder anders aber niemals schlecht!

 

Was ist, wenn Ihr nicht kommen könnt?

Es gilt eine Absagefrist von drei Tagen vor Eurem Termin. Später abgesagte Termine werden in Rechnung gestellt. Für jede Buchung kann ein Ersatzteilnehmer gestellt werden.

 

Die Arbeitszeit für Euren Termin bei uns beginnt nicht erst in jenem Moment, wenn das Kind auf dem Pferd  sitzt, sondern weit im Voraus der eigentlichen Unterrichtszeit. Reiten ist das Ergebnis einer ganze Menge Vorlauf, der wir lange vor Eurem Termin bereits passiert sein muss. Der Einsatz der Pferde für die Unterrichte umfasst die Vorbereitung der Ausrüstung, die Zuordnung, welches Kind zu welchem Pferd passt, welche Pferde an den Tagen vorher arbeiten oder frei haben, welche Ställe wann gemistet werden, frei sein müssen und noch vieles mehr. 

 

Natürlich sind gerade Kinder oft krank oder es ist für die Familien aus anderen Gründen nicht möglich zu kommen. Dennoch müssen wir uns finanziell absichern und auf kurzfristigen Ausfall reagieren. 

Es ist immer ärgerlich, wenn man „Leergeld“ zahlen muss - das können wir verstehen, es geht uns in anderen Lebensbereichen genau so! „Geld für nix“ ist immer blöd!

 

Wir bitten um Euer Verständnis, denn so viel Spaß uns unsere Arbeit macht – sie muss uns und die Pferde auch ernähren. Die Arbeit in der Ponyschule ist unsere Erwerbsgrundlage und sichert damit unser Einkommen. Verdienstausfälle müssen wir daher minimieren, um wirtschaftlich zu sein. Selbst wenn Termine frühzeitig abgesagt werden – sie fallen aus und damit auch unsere Einnahmen. Ohne unser Einkommen gibt es keine Ponyschule!

 

Dürfrn Die Eltern beim Termin dabei sein?

Ja, aber nur, wenn Ihr Euch unauffällig verhaltet und Eurem Kind Freiraum lasst.

 

Das bedeutet nicht, dass Ihr Euch hinter einem Busch verstecken oder in Tarnkleidung kommen müsst. Vielmehr dürft Ihr Euch dekorativ in unsere Sitzecke integrieren.

 

Bei den Unterrichten mit kleinen Kindern seid Ihr als Eltern manchmal gefragt, Sicherheit zu geben und auch mal das Pferd mit zu putzen! Deshalb denkt an wetterfeste Kleidung und eventuelle Allergien (Heu, Gräser, Pollen und Pferdehaare). 

 

Die Kinder sollen sich bei uns völlig frei fühlen und dennoch eigene Verantwortung übernehmen. Dies geht nur, wenn ihnen Freiraum gegeben wird und sich die Elternteile zurück halten oder gar nicht da sind. Beim Pferd brauchen wir alle unsere volle Aufmerksamkeit, ohne Störungen und Ablenkung. Außerdem ist der Unterricht oft die wichtigste Zeit der Woche oder des Monats für die Kids und die sollen sie auch voll und ganz für sich bekommen!

 

Deshalb bitten wir Euch, einen kleinen Elternkodex einzuhalten:

- Verzichtet auf eigene „Stallbesichtigungen“ und das „Herumlaufen“ auf unserem Gelände, denn diese Bewegung lenkt ab.

- Telefonate führen sich am besten ungestört im Auto

- Das Füttern und Streicheln andere Pferde, die nicht für den Unterricht bereit stehen, ist untersagt, da diese Pferde Pause haben und sich erholen sollen. Ein Anschauen aus der Entfernung muss ausreichen, auch wenn es schwer ist, ihrem hypnotisierendem Blick zu widerstehen. 

- Pferdebegeisterung besteht oft schon seit Generationen! Daher passiert es, dass Eltern ihr Pferdewissen in unsere Ponyschule "anwenden" möchten, Verbesserungen haben oder "Tips" geben wollen. Unsere Abläufe, Kommandos und Zusammenhänge kennen wir selbst und unsere Pferde am besten und wir haben gute Gründe für jeden einzelnen Handgriff. Etwaige Interaktionen unterbinden wir daher schnell und freundlich.

 

Gerne sind wir bereit, Beratungsgespräche oder Ähnliches im Vorhinein telefonisch zu führen oder nach dem Unterricht zu besprechen, wenn dafür Zeit ist.

 

Dürfen auch andere Kinder oder Familienmitglieder mitkommen?

Wir bitten darum, nur mit „notwendigen“ Angehörigen zu kommen.

 

„Reiten macht ja schon beim zuschauen Spaß!“ Ja, das finden wir auch und können verstehen, dass Geschwister, Freunde, Oma und Opa und andere Familienmitglieder gerne zum zuschauen mitkommen würden. Man kennt es von anderen Reiterhöfen, zu denen man quasi einen ganzen Ausflug machen kann - ein Erlebnistag für die ganze Familie. Genau hier unterscheiden wir uns von eben dieser „Pferdetouristik“ oder wie wir es gerne nennen: „Reitstallhektik.“

 

Wir bieten professionelle Pferdezeit an und das geht nur in Ruhe und mit voller Konzentration. Auf unserem Hof herrscht ohnehin ein reger Betrieb: Viele Pferde, Maschinen, das Pferdekarussell (Führanlage) andere Kinder und noch vieles mehr! Mit zusätzlichen Personen entsteht sehr schnell eine Dynamik: Es wird lauter, es ist mehr "Gewusel", es wird herum gelaufen („Guck mal hier und guck mal da!“,) und es werden viele Fragen gestellt („Stimmt es eigentlich, dass Pferde..?“), denn so ein Pferdehof ist richtig spannend!

 

Leider werden wir (Pferd, Kind und Reitlehrer) dadurch enorm abgelenkt und haben Mühe, uns auf die einzelnen Handgriffe zu konzentrieren. Die Kinder kommen in Anspannung, der Familie nun das ganze Können zeigen zu wollen, was Fehler verursacht und sich auf das Pferd überträgt. Bei einem Hobby mit einem Fluchttier kann das lebensgefährlich sein und ist vor allem dem Pferd gegenüber unfair, was sich auch in jeder Situation auf uns verlassen will. Deshalb dürfen nur die jeweils angemeldeten Kinder zum Unterricht kommen - ohne Freunde, Geschwister oder Familiengruppen und nur mit den notwendigen Angehörigen.

 

Bucht für mehrere Kinder gerne eine Zweier-Gruppe oder einzelne Termin hintereinander - alles ist möglich!

 

Unsere Wichtigsten Regeln:

Manchmal dauert es einfach viel zu lange, bis Ihr endlich zu unserem Termin in der Ponyschule kommen könnt. Damit die Zeit schnell vergeht, könnt Ihr schon mal einen Blick auf unsere Regeln werfen. Dann seid Ihr nämlich bestens vorbereitet und wir können direkt loslegen!

 

- Wir schreien nicht, denn die Pferde haben sehr große Ohren und ein empfindliches Gehöhr, mit dem sie eine kleine Maus im Gras rascheln hören können. Laute Geräusche finden sie deshalb sehr unangenehm.

- Wir springen und rennen nicht, sondern gehen langsam und entspannt! Denn Pferde sind Fluchttiere und erschrecken sich bei hektischen Bewegungen schnell. Wenn wir rennen, denken sie, dass wir vor etwas flüchten müssen und bekommen Angst.

- Wir machen immer einen Bogen um den Pferdepo, denn das Pferd sieht hinter sich nichts und könnte uns beim drehen umschubsen. 

- Wir fassen unsere Pferde nicht an die Nase oder ins Gesicht, sondern streicheln es zur Begrüßung am Hals. Denn sie haben ganz sensible Tasthaare an den Augen und der Nase, weshalb Berührungen und das Tätscheln am Kopf schnell unangenehm werden! Außerdem: Fasst Ihr jemandem zur Begrüßung ins Gesicht?

- Anderen Pferden schauen wir gern aus der Entfernung zu und lassen sie ansonsten in Ruhe eine Pause machen.

- Damit alle Finger dran bleiben, füttern wir die Pferde nicht. Dies erklären wir Euch weiter unten genauer.

 

Und - kannst Du unsere Regeln schon auswendig?

 

Gibt es eine gewichtsgrenze?

Ja, zum Schutz unserer Pferde liegt die Gewichtsbegrenzung bei 80 Kilo.

 

Das Thema „Reitergewicht“ ist sensibel und es fällt gerade bei Kindern schwer darüber zu sprechen. Der Rücken von Pferden ist von Natur aus nicht zum Reiten gedacht und nur mit einer guten Muskulatur dauerhaft schadenfrei und verschleißarm belastbar. Die angewandte Faustregel (lt. Forschungen, Tierärzten und Hochschulen) besagt, dass ein Pferd mit gut trainiertem Rücken maximal 15% seines eigenen Gewichtes tragen kann. Liegt das Reitergewicht darüber, steigt die Belastung deutlich an, es kommt zu Muskelermüdung und Verspannungen, schmerzendem  Druck auf Rücken und Wirbelsäule, erhöhter Belastung von Gelenken und Sehnen und einer stärkeren Beanspruchung von Herz und Kreislauf. Deutliches Übergewicht des Reiters kann zudem zu starken Verletzungen führen, da es die Balance im Sattel verschlechtert und bei einem Sturz zu mehr „Aufschlagkraft“ führt.

 

Wir müssen außerdem bedenken, dass ein Reitanfänger lange nicht perfekt und „störungsfrei“ im Sattel sitzt und das Pferd viele „fehlerhafte“ Bewegungen erdulden und ausgleichen muss. Stellt Euch vor, ihr tragt lange einen schweren Rücksack, der sich auch noch willkürlich auf Eurem Rücken bewegt.

 

Dementsprechend haben wir eine Gewichtsbegrenzung denn wir möchten, dass unsere Pferde lange gesund bleiben und weder Stress noch Schmerzen bei Ihrer Arbeit haben und Kinder den Reitsport sicher ausüben können.

 

Wie siehts mit Fotos aus?

Das Fotografieren ist auf unserem Gelände nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet.

 

Wer fragt, darf Fotos machen - Paparazzi kommen bei uns nicht auf Ihre Kosten und werden in flagranti ermahnt. Leider sind die sozialen Medien furchtbar und es wird die Nadel im Heuhaufen gesucht. Wenn wir selbst ein Posting machen oder Fotos online stellen, überlegen wir lange und sehr genau, ob das ausgewählte Bild auch wirklich unverfänglich und fachlich unanfechtbar ist. Damit wir nicht in unangenehme Situationen kommen und uns unverhofft erklären müssen, müsst Ihr auf unangemeldete Handy-Schnappschüsse verzichten.

 

Wenn Ihr uns vorher fragt, machen wir sehr gerne ein schönes Foto als Andenken für zu Hause und um allen zu zeigen, was Ihr für ein tolles Hobby habt!

 

Dürfen Hunde auch mit?

Nein, Hunde sind auf unserem Gelände nicht erlaubt. 

 

Ihr könnt von unserem Hof aber hervorragend mit Hund oder allein spazieren oder laufen gehen. Das Hinterland enthält viele Feldwege aber auch kleine geteerte Straßen. Weiter unten findet Ihr eine Karte.

 

Können wir uns Das Pferd aussuchen?

Nein, die Zuordnung übernehmen wir als erfahrenes Personal, damit Eure Pferdezeit sicher und erfolgreich wird.

 

In Eurer Anmeldung fragen wir die Pferdeerfahrung und Größe der Kinder ab, um das passende Pferd für Euch bereit zu stellen. In unseren Terminen schauen wir dann, ob die Kombination passt und beide gut harmonieren oder wir beim nächsten Mal etwas anderes ausprobieren. Außerdem kann jedes Pferd auch ein mal krank werden oder braucht einen freien Tag, worauf wir flexibel reagieren müssen.

 

Zunächst sollen sich die Kinder auf dem Pferd sicher fühlen und Vertrauen fassen, gerne auch mit einem gleichbleibenden Fellfreund. Damit der Körper weiter lernt, braucht es aber neue Reize durch andere Pferdebewegungen und damit das Reiten auf unterschiedlichen Pferden. Deshalb gibt es in unserer Ponyschule verschiedene Pferde und Ponys, mit eigenem, liebenswerten Charakter und einem großen Herzen!

 

Aber: Wünsche darf man haben! Wenn Ihr uns fragt, gehen sie vielleicht in Erfüllung… 

 

Dürfen Die Pferde Leckerlis bekommen?

Ihr könnt gerne welche mitbringen und wir legen sie ins Kraftfutter.

 

Um die Pferde für Ihre gute Arbeit zu belohnen liegt es nahe, ihnen nach der Einheit ein Leckerei zu geben. Ein fairer Umgang bedeutet, Arbeit und Freizeit (Fressen) voneinander zu trennen. Für ein Pferd ist auch das Stehen und Warten am Putzplatz Arbeit, denn es steht nicht mit seinen Kumpels zusammen auf der Weide! Bringen wir dies durcheinander, kann ein Pferd nicht unterscheiden. Futter ist für Pferde überlebenswichtig und daher ist es für sie schwer, sich bei kleinen Kinderhänden vorsichtig zurück zu halten. Bevor ein Finger zur Möhre wird, verzichten wir lieber darauf!

 

Außerdem: Wenn wir ins Fitnessstudio gehen oder einen körperlich anstrengenden Beruf ausüben, essen wir auch nicht zwischendurch, denn das ist ungesund! Deshalb könnt ihr den Pferden gerne Äpfel und Möhren mitbringen, die wir ihnen zu ihren Fütterungszeiten in den Trog tun. Das können sie dann richtig genießen!

 

Zum Spätsommer lehnen wir Eure Äpfel allerdings dankend ab, da wir selbst in Fallobst schwimmen.

 

Aktivitäten in Heimsen

Obst im Spätsommer

Das Herz auf unserem Hof ist unser wunderbarer Birnenbaum, der jedes Jahr besonders süße Birnen für Euch über hat. Im Obstgarten gibt es außerdem mehrere Apfelsorten von denen wir gar nicht alle essen und verarbeiten können. Deshalb: Bringt Euch einen Eimer mit und sammelt Euch ein Stück süße Ponyschule! Pferdemist ist bekanntlich der beste Dünger - auch den gibt es bei uns gratis zum Mitnehmen!

 

Heimsen Hof

Vom Frühjahr bis in den späten Herbst freut sich der „Heimser Hof“ auf Euren Besuch, bei dem Ihr Getränke und Speisen direkt an der Weser genießen könnt! Sogar ein gutes Frühstück gibt es dort.

https://heimser-hof.eatbu.com/?lang=de

 

Heringsfängermuseum

Das Museum in Heimsen öffnet an bestimmten Tagen seine Tore. Neben der Geschichte der Heringsfänger kann man an den "Heringstagen" auch leckeren Matjes und Kuchen genießen! Bitte umbedingt vorher auf der Homepage nach den Aktionstagen schauen!

https://heringsfaengermuseum.de/

 

Spielplatz

Dieser befindet sich hinter dem Museum und ist ganz wunderbar von Bäumen umrandet.

 

Windmühle und Storch

Die Heimsen Mühle muss man live gesehen haben, denn sie ist eine der schönsten bei uns im Mühlenkreis und auf unserem Hof in zahlreichen Bildern und Dekorationen wiederzufinden - sogar auf Lauras Arm (zeigt sie Euch bestimmt.) Wenn ihr  bei der Mühle seid, könnt Ihr auch gleich nach dem Storch in seinem Nest Ausschau halten. Auch hier gibt es tolle Veranstaltungen und Ausstellungen über das Jahr verteilt. 

https://windmuehle-heimsen.de/

 

Kirche

Die Heimsen Kirche ist die älteste Kirche im Kreis Petershagen und ab dem Frühjahr tagsüber geöffnet. Ein kleines Heft leitet Euch durch die Besonderheiten in und außerhalb der Kirche.

 

Weser

Das Seglerheim in Heimsen wurde in den letzten Jahren mit einer wunderschönen Aussichtsplattform ausgestattet, welches Sitzgelegenheiten mit freier Sicht auf die Weser bietet. Hier kann man wunderbar mitgebrachte Speisen und Getränke genießen!

 

Hunderunden

Gibt es ein Mal weitläufig im Naturschutzgebiet der Heimser Marsch oder für die flotte Runde „hinter der Bahn“. Es besteht überall Leinenpflicht!

 

Kontakt zur Ponyschule Heimsen

Ruft uns an

Wir sind unter 0151 23531500 für Euch
Mo-Fr. von 8-18 Uhr und Samstags von 9-12 Uhr erreichbar! Wir freuen uns immer über neue Gesichter!

 

Schreibt uns

Wenn Ihr möglichst zeitnah eine Rückmeldung möchtet, ruft bitte kurz an. Unser Alltag spielt sich draußen bei den Pferden ab, deshalb kann es für die Beantwortung der E-Mails etwas dauern.

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Das Kontaktformular funktioniert nicht? Dann schreibt uns einfach an diese Email: [email protected]

 

Weitere Infos

Für alle Infos rund um unsere Angebote lest bitte unsere AGB und die Elterninfos! 

Wir verleihen keine Pferde, Kutschen, Maschinen oder Anhänger und haben keine Pensionsstallplätze (einzig für Ausbildungspferde).

Unsere Leistungen bieten wir außer Haus nicht an.

 

Instagram

Wir zeigen Euch regelmäßig Ausschnitte unseres Arbeitsalltags auf Instagram. Ihr findet uns unter dem Namen "PonyschuleHeimsen".

 

Alle Fotos: The one and only - Charlotte Gläser

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